Bekehrung

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„So tut nun Buße und bekehret euch, dass eure Sünden vertilgt werden“ (Apg. 3:19-20).
„Verkündige.., dass sie Buße täten und sich bekehrten zu Gott und täten rechtschaffene Werke der Buße“ (Apg. 26:20).
„Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Mk. 1:15).
Die Buße enthält in sich 7 Stufen. Wenn der Mensch diese sieben Stufen (Bedingungen) erfüllt, dann ist er bekehrt, d.h. wiedergeboren oder gerechtfertigt. Was für 7 Stufen sind es? Der Sünder muss:

1. Erkennen

„Allein erkenne deine Missetat, dass du wider den Herrn, deinen Gott gesündigt hast und bist hin und wieder gelaufen zu den fremden Göttern unter allen grünen Bäumen und habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht der Herr“ (Jer. 3:13).
„Und du sollst zu ihnen sagen dies Wort: Meine Augen fließen von Tränen Tag und Nacht und hören nicht auf … Herr, wir erkennen unser gottlos Wesen und unsrer Väter Missetat; denn wir haben wider dich gesündigt“ (Jer. 14:17-20).
„Ich will wiederum an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen …“ (Hos. 5:15)
„Wenn doch auch du erkenntest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient!“ (Lk. 19:42).

2. Verlassen

„Wer seine Missetat leugnet, dem wird es nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen“ (Spr. 28:13).
„Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter seine Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich sein erbarmen …“ (Jes. 55:7).

3. Bekennen

„So wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass Er uns die Sünden vergibt …“ (1.Joh. 1:9).
„Darum bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde“ (Ps. 32:5).
„[Die Menschen] ließen sich taufen von ihm [Johannes] im Jordan und bekannten ihre Sünden“ (Mt. 3:6).
„Gott … tröstete uns.., [da Titus] uns verkündigte euer Verlangen, euer Weinen, euren Eifer für mich“ (2.Kor. 7:7).

4. Wiedererstatten

„Und wenn ich zum Gottlosen spreche, er soll sterben, und er bekehrt sich von seiner Sünde und tut, was recht und gut ist, also dass der Gottlose das Pfand wiedergibt und bezahlt, was er geraubt hat, und nach dem Wort des Lebens wandelt, dass er kein Böses tut: so soll er leben und nicht sterben …“ (Hes. 33:14-16).
„Zachäus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: ­Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren …“ (Lk. 19:8-9).

5. Vergeben

„So ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben“ (Mt. 6:14-15).

6. Bitten

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“ (Mt. 7:7).
„Gedenke nicht unsrer vorigen Missetaten; erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr dünn geworden. Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen; errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen!“ (Ps. 79:8-9).

7. Glauben

„Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig!“ (Apg. 16:31).
„Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig  macht alle, die daran glauben … Sintemal darin offenbart wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben, wie denn geschrieben steht: ’Der Gerechte wird seines Glaubens leben’“ (Röm. 1:16-17).
„Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott …“ (Röm. 5:1).
„So du mit deinem Munde bekennst Jesum, dass er der Herr sei, und glaubst in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht …“ (Röm. 10:9-11).
„Wer da glaubt an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei sich … Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben hat gegeben“ (1.Joh. 5:10-11).
„Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden“ (Mk. 16:16).
„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeboreren Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3:16).
Aber wenn der Sünder eine dieser 7 Stufen (Bedingungen) nicht erfüllt, dann ist er noch nicht bekehrt, sondern steht noch in der Buße; aber eine geistliche Wiedergeburt geschieht nicht.
Der Mensch muss erkennen, dass er ein Sünder ist und sich in einem verlorenen Zustand befindet. Er muss es erkennen vor Gott, dass „es ist kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten …“ (Röm. 3:23).
Der Mensch muss auch willig sein, alle seine Sünden und Ungerechtigkeit samt der Welt zu verlassen; willig sein, frei zu werden von allem irdischen, ungeistlichen, unnützen und weltlichen. Der Heiland sagt uns, dass wer nicht alles verläßt und ihm nachfolgt, der kann nicht sein Jünger sein.
Der Sünder muss nicht nur erkennen, dass er ein Sünder ist, sondern auch alle seine Sünden vor Gott bekennen. Der Herr kennt alle unsere Sünden, aber er will von uns eine willige Übergabe haben. Er will, dass wir es selbst vor ihm bekennen sollen – alle unsere Sünden: große, kleine und geheime.
Wiedererstatten bedeutet wiedergutmachen; es bedeutet, die Sache wieder in den Zustand zu bringen, in welchem sie zuvor war. Wieviel haben wir, vielleicht, unsere Nächsten mit unseren Worten und Taten beleidigt, oder etwas gestohlen, oder falsches Zeugnis gesagt, oder gelogen usw. Diese alle unsere Übertretungen müssen wieder in den normalen, gesunden und reinen Zustand gebracht werden. All das Böse, das wir getan haben, müssen wir wiedergutmachen. Wie kann man es gutmachen, wenn man einen Menschen beleidigt hat? Wer dieser Mensch auch sei – sei bestrebt, dich mit diesem Menschen wieder zu versöhnen; gehe und bitte ihn um Vergebung, und auf deinem Herzen wird es wieder leichter sein.
Ein Bruder hat erzählt, dass er vor der Bekehrung bei seinem Nachbarn einen Hahn gestohlen habe. Später, als er sich bekehrt hat, habe es ihn sehr gereut. Er ging in seinen Stall, nahm von seinen Hühnern den besten Hahn und brachte ihn wieder zu seinem Nachbarn. Der Nachbar hat sich verwundert und gesagt: „Bei mir hat man noch etliche Hühner gestohlen“. Dann antwortete ihm der Bruder: „Wenn die Diebe sich bekehren, dann bringen sie euch auch die anderen Hühner“.
Wenn der Mensch in der Buße steht, dann muss er auch willig sein, den Menschen alle ihre Ungerechtigkeit und Sünde zu vergeben, welche sie an ihm getan haben. Wir müssen nicht nur willig sein, alles Unrecht zu vergeben, welches uns getan haben unsere Freunde, Verwandte, unsere Kinder oder Eltern, sondern auch willig sein, zu vergeben unserem größten Feind. Wie Christus vergeben hat am Kreuz auf Golgatha, so müssen wir vergeben – auch dem, der zu uns besonders hässlich war und uns sehr betrübt hat. Der Heiland sagt: „Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer [himmlischer] Vater eure Fehler auch nicht vergeben“ (Mt. 6:15).
Der Heiland weiß, was wir brauchen; aber er will, dass wir bei ihm bitten sollen. Er sagt in seinem Wort: Wenn uns an etwas mangelt, so sollen wir bitten, und uns wird’s gegeben. Nur durch ernstes Bitten können wir von ihm etwas bekommen. Er liebt nicht faule Knechte, sondern fleißige, betende und ernste Knechte liebt er. Und ich will auch mit dem Heiland einstimmen und sagen: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“ (Mt. 7:7).
Und zuletzt muss der Mensch auch glauben an die Macht und das Blut Jesu Christi. Glauben, dass sein teures und wunderbares Blut solche wunderbare Kraft und Macht hat, dass man es nicht beschreiben kann:
„So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden; und wenn sie gleich ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden“ (Jes. 1:18).
Betrachte den Schächer am Kreuz: der größte Mörder hat Gnade und Vergebung bekommen. Ja, dem Herrn sei Lob und Preis für solche Gnade und Liebe zu uns Menschenkindern! Möchte sich doch der Heiland erbarmen und noch vielen rechte Buße und rechte Bekehrung schenken, dass die Menschen sich dem Heiland ganz übergeben, seine köstliche Nähe spüren und eine Liebe zu Gott und seinen Kindern bekommen, und dadurch auch Liebe zu allen Menschen. Möge der Herr uns in dieser Hinsicht verhelfen, dass wir selbst nicht betrogen werden; denn es wird gewöhnlich gesagt, dass der größte Betrug der Selbstbetrug sei. Wir denken, dass wir bekehrt sind, aber wenn wir uns nicht völlig Gott übergeben, ihn und seine Kinder nicht von Herzen lieben; wenn wir nicht suchen Gemeinschaft mit den Kindern Gottes, dann sind wir betrogen und haben auch nicht die wahre Bekehrung.
Lies bitte ernstlich und fleißig das Neue Testament, und Gott macht es dir klar und befreit dich auch von der Schuld und Macht der Sünde. Gelobt sei der Name des Herrn ewiglich! Halleluja! Amen.